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Suchmaschinentechnologie

Bedeutung von Suchmaschinen

Das Internet enthält die größte Informationsmenge, die der Mensch je geschaffen hat. Mechanismen zum schnellen und effektiven Auffinden von Informationen sind daher immens wichtig, um diese Informationsmenge auch nutzbar zu machen. Aufgrund der dezentralen Struktur des Internets gibt es kein zentrales Verzeichnis, in dem alle Informationen aufgelistet sind. Daher haben sich seit der Entstehung des Internets verschiedene methoden entwickelt, um diesem Problem entgegen zu wirken.

Es gibt Webkataloge, die verzeichnisorientiert versuchen Ordnung in die massige Vielfalt der Internetseiten zu bringen. Ein gutes Beispiel ist das Open Directory Project (ODP), auch bekannt als dmoz. Das ODP ist das größte aller Webverzeichnisse. Suchmaschinen sind eine weitere Möglichkeit, Informationen im Internet zu finden. Suchmaschinen setzen auf automatisch arbeitende Programme, sogenannte Spider, die Internetseiten durchsuchen, ihren Inhalt feststellen und diese Informtionen in einer zentralen Datenbank hinterlegen. Mittlerweile sind Suchmaschinen die wichtigste Quelle, wenn es um Recherche im Netz geht. Folgende Zahlen sollen dies verdeutlichen:

  • 94% der Internetnutzer nutzen das Internet für den Kaufentscheidungsprozess
  • 91% aller deutschen Internetnutzer benutzen Suchmaschinen
  • 79% der Internetnutzer sehen Suchmaschinen als wichtigsten Anlaufpunkt für die Suche nach Produkten und Dienstleistungen im Internet
  • 50% der Suchanfragen haben einen kommerziellen Hintergrund
  • 42% aller Online-Käufe beginnen mit einer Suchanfrage
  • 16% der Internetnutzer betrachten nur die ersten Ergebnisse der Suchergebnisseiten

Die Zahlen sind entnommen aus: Marcel Machill, Christoph Neuberger, Friedemann Schindler: Transparenz im Netz. Funktionen und Defizite von Internet-Suchmaschinen. Bertelsmann Stiftung 2002

Maßnahmen zur Steigerung der Positionierung

Nach dieser Einleitung sollte jedem klar sein, dass für einen Erfolg im Internet eine gute Platzierung in den Suchmaschinen essentiell ist. Wie man Einfluss auf diese nehmen kann, will ich in diesem Artikel erläutern. Zu unterscheiden sind hier vier grundlegende Arten von Optimierungen:

  1. On-Site-Optimierung (Content)
  2. On-Site-Optimierung (Technik)
  3. Interne Verlinkung
  4. Externe Verlinkung

Diese vier Punkte möchte ich nun im Detail erläutern.

On-Site-Optimierung (Content)

On-Site-Optimierung bedeutet zunächst, dass nur die Internetseite, um die es geht, optimiert wird. Der Zusatz „Content“ sagt desweiteren aus, dass sich die Optimierung auf den Inhalt der Seite konzentriert. Bei dieser Art von Optimierung wird also versucht den Spidern der Suchmaschinen deutlich zu machen, um welches Thema es auf der Internetseite überhaupt geht.

Zu den Grundlagen dieser Technik gehört zu überprüfen, unter welchen Suchbegriffen die entsprechende Seite überhaupt gefunden werden soll, welche Begriffe damit verwandt sind und eventuell auch gesucht werden, und ob es nicht noch andere Begriffe gibt, die das Thema der Seite besser erfassen. Dann muss versucht werden, die so bestimmten Begriffe, auch Keywords genannt, sinnvoll auf der Seite unterzubringen. Dabei geht es nicht darum, die Keywords wie in einer Liste immer und immer wieder zu wiederholen, sondern darum, eine optimale „Keyword-Dichte“ zu erzeugen, die die Suchmaschinen davon überzeugt, dass sich die Seite intensiv mit den gewählten Keywords befasst.

Weiterhin ist es wichtig, die interne Verlinkung einer Internetseite zu optimieren. Spider navigieren über die Hyperlinks einer Internetseite, und somit muss gewährleistet werden, dass die Spider auch die komplette Seite auslesen können. Das bedeutet, dass jede einzelne Unterseite über normale Hyperlinks erreichbar sein muss. Desweiteren muss die Güte der Hyperlinks gewährleistet werden, d.h. Der Linktext soll zur verlinkten Seite möglichst gut passen. Auch wichtig ist die Tiefe einer Internetseite. Müssen die Spider i einer verschachtelten Navigation erst viele Ebenen hinabsteigen, d.h. vielen Links folgen, bis sie zu einer Seite gelangen, wird diese Seite im Ranking der Suchmaschinen hinabgestuft, im Gegensatz zu einer Seite, die mit nur einem Link gefunden werden kann.

All diese Maßnahmen sind organisatorischer Art, benötigen also kein Technikwissen. Anders sieht es hier aus mit dem nächsten Punkt, der

On-Site-Optimierung (Technik)

Internetseiten sind, allen Zusatztechniken wie Javascript, CSS etc. zum Trotz, noch immer in HTML geschrieben. HTML ist eine Auszeichnungssprache, die die einzelnen Elemente einer Internetseite logisch ordnet. So gibt es HTML-Tags (Auszeichnungen) für Überschriften verschiedener Gewichtung, Listen, Seitentiteln, Fließtext, Zitaten uvm., daneben gibt es Meta-Tags zur Auszeichnung von Metadaten für ein HTML-Dokument. Spider der Suchmaschinen beachteten diese und berücksichtigen sie in ihrer Gewichtung der betreffenden Seite.

Hier kann man ansetzen. Für einen Onlineshop etwa empfiehlt es sich, auf einer Produktseite den Namen des Produkts in den Seitentitel zu schreiben, nicht den Namen des Onlineshops. Im Seitentext sollte der Produktname als Überschrift auftauchen, nicht bloß als normaler Text mit besonderer Formatierung. Formatierung interessiert einen Spider nicht, nur die logische Auszeichnung! Spider erkennen keine Bilder, allerdings kann man mit HTML den Spidern mitteilen, welche Information ein Bild enthält. Hyperlinks sollten für den Spider benutzbar sein. Oft wird aus Komfortgründen für Menüs und andere Hyperlinks Javascript eingesetzt, was für den Besucher einen Mehrwert bedeuten kann (nicht muss!), allerdings interpretieren Spider kein Javascript. Im schlimmsten Fall sieht ein Spider also nur eine Startseite einer Internetseite, jede weitere Unterseite ist für den Spider aber nicht auffindbar. Daher sollte für Hyperlinks immer normales HTML genutzt werden.

HTML unterstützt die Angabe von Metadaten. Metadaten sind Daten über Daten, wie etwa die Information, worüber es auf der Internetseite geht, welche Begriffe behandelt werden, wer der Autor ist, wann die Seite zuletzt aktualisiert worden ist usw. Diese Angaben helfen den Suchmaschinen und können das Ranking verbessern, sofern die Metadaten zu den tatsächlichen Daten der Seite passen!

Interne Verlinkung

Spider kennen im Regelfall zunächst nur sehr wenige URL's zu einer Website, nämlich nur die, über die sie auch zu der Internetseite gelangt sind. Diese haben sie entweder über einen manuellen Eintrag des Websitebetreibers in die Suchmaschine oder durch einen externen Link auf einer bereits bekannten Seite erhalten. Diese bekannte URL ist normalerweise die der Startseite. Nachdem ein Spider nun diese erste Seite indexiert hat prüft er, ob sich auf der Seite Links zu weiteren (Unter-)Seiten befinden. Diesen Links folgt er und kann so nach und nach alle Seiten einer Website indexieren. Sobald der Spider keine Links zu ihm unbekannten Seiten mehr findet, beendet er seine Arbeit und analysiert die nächste Website.

Daher muss man sicherstellen, dass ein Spider wirklich alle Seiten finden kann. Dies geschieht durch eine klare Navigation, kurze Wege (man sollte niemals zu viele Hierachieebenen in einer Website haben!) und der Möglichkeit, dass der Spider immer zurück zur Startseite gelangen kann, falls er sich "verläuft".

Eine weitere Hilfestellung ist eine sogenannte Sitemap, also ein Verzeichnis aller zu einer Website gehörigen Seiten. Ist diese Sitemap mindestens von der Startseite, im Idealfall sogar von jeder Seite aus afrufbar, so kann man sich sicher sein, dass die Spider alle Seiten finden und indexieren werden.

Externe Verlinkung

Unter der externen Verlinkung versteht man, wie sehr eine Website in Verbindung mit anderen Websites steht. Dies ist wichtig für die Bewertung einer Website. Das Grundprinzip lautet:

  1. Je mehr Links auf eine Seite verweisen, umso höher ist die Bedeutung dieser Seite.
  2. Je höher die Bedeutung der verweisenden Websites ist, desto größer ist der Effekt.

Daher ist es wichtig, zum einen überhaupt Links von anderen Websites auf seine eigene zu erhalten, zum anderen auf die Qualität der verweisenden Websites zu achten. Allerdings ist der Einfluss eines Websitebetreibers darauf sehr begrenzt.


Kategorie: IT@Campus | Gestaltung von Online-Medien
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